Die wundersamen Welten des Wilfried. G.

Rote Karte für Beleidigungen und Verunglimpfung in der Politik

Ein satirisches Märchen aus Schildingen

Die offizielle Welt

Schildingen ist eine mittelgroße Gemeinde mit sehr viel zufriedenen Menschen. Neben einem großen Sportverein gibt es einen Musikverein, der sich für die Musik und deren Ausbildung engagiert. Zur Finanzierung und eigenen Darstellung werden jährliche großartige Feste veranstaltet. Dazu bedarf es engagierter Vereinsmitglieder und einer entscheidungsfreudigen Vorstandschaft. Und eines motivierenden Vorsitzenden. Dieser Vorsitzende ist Wilfried G. der Mittelpunkt unseres Märchens.

Neben der Musik hat er ein weiteres Hobby: Die Ortspolitik! Selbstverständlich ist er Gemeinderat und Funktionsträger einer Partei.

 Die wenig bekannte Welt

Dieses Hobby verfolgt er sehr engagiert – es brachte ihm vor einiger Zeit einen Strafbefehl wegen Körperverletzung ein. Einsicht ist bei seinem Hobby aber keine Stärke. Dies brachte ihm dann eine öffentliche Verhandlung ein, die die Angelegenheit erst in die Öffentlichkeit brachte.

Seit Start der Schildinger Facebook-Gruppe beteiligte er sich engagiert. Das heißt, er verfolgte Andersdenkende mit wenig freundlichen Kommentaren. Eine Internetreaktion lies etwas auf sich warten: Anonym wurde ihm der Titel „Internetschrat“ verliehen. Daraufhin trat etwas Ruhe ein.

Seit einigen Monaten hat er sein Hobby wieder aufgenommen. Er verfolgt wieder Andersdenkende, bevorzugt Gemeinderatskandidaten anderer Organisationen. Diese hatten die „Unverschämtheit“ besessen, seine Ansichten und politischen Ziele -meist aus den fünfziger Jahren- publik zu machen. Front machte er gegen alles moderne: Familienzentrum, soziale Kindergartengebühren, Gemeinschaftsschule usw,  Seine Wortwahl dabei zeugte von hohem Engagement: „…dreiste Lüge, … ahnungslose Kommentare, ..“Deine“ Aussagen sind so falsch…ahnungslos… bodenlose Frechheit…Zusammenhänge nicht begreifst…komm erst mal in dem Gemeinderat“ und diese ergänzt durch angeblichen Aussagen der Anderen die so nicht gemacht wurden. Meist war tatsächlich das Gegenteil war. Dies galt auch für alle Informationen über Gespräche mit Meinungsgegnern, die er abgab. Diese beschreiben seine Aussagen für sich als „nicht nachvollziehbar“.

Die geheime Welt

Die Angesprochenen empfanden das aber als Beleidigung und aufgrund der Intensität als Hetze. Nachdem sich andere Parteifreunde in gleicher Weise „engagiert“ hatten gab es eine allgemein gehaltene aber passende Retourkutsche (Auszug): “Es stellt sich uns die Frage sind wir hier in „dreißiger“ Jahren? So verlässt die Partei den Boden der Demokratie und wechselt in das Lager der Hetzer, bekanntlich weit rechts außen.“

Dies zeigte Wirkung – leider nicht die Richtige. Er wechselte von den Facebook-Seiten auf den Messenger und das E-Mail. Hier bedrängte er zahlreiche Menschen um Aussagen zu erhalten, die im Gegensatz zu der o.g. Erklärung stehen. Seither behauptet er: Die Anderen bezeichnen mich als „Nazi und rechten Hetzer“. Das hat zwar niemand behauptet, aber in seiner Welt ist es halt so.

Er selbst bezeichnet seinen vermeintlichen politischen Gegner als „ZK-Vorsitzende, „Führer“ als „Schafherde“ usw., und er bedrängt aktuell die Anderen weiter per mail und per Facebook-Messenger. Mindestens eine Person fühlte sich dadurch aber „gestalkt“. Diesem blieb nichts anderes übrig, als den Messanger für ihn zu sperren.

Derzeit betreibt er die Verfolgung mit leicht geändertem Sprachgebrauch weiter und kündigt an seine wundersamen Wahrheiten allen mitzuteilen.

Und die Moral der Geschichte:

Falls Sie ein Mail mit entsprechendem Inhalt erhalten oder etwas davon in der Zeitung lesen, ist eine wundersame Märchenwelt in die Realität hinübergesprungen. Schildingen ist dann überall. Viel Spaß dabei. Aber Vorsicht: Fakenews sind dann unterwegs!

Über Michael Kogler 168 Artikel
Weitere Infos über Michael folgen in Kürze.

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