Gemeindeverwaltung will Krippe-, Kita- und Hortplätze zuteilen

Ein kommentierender Bericht von Elke Kogler, SPD-Fraktionsvorsitzende

Mit dem Hinweis auf den Fachkräftemangel wird der Gemeinderat auf eine massive Reduzierung der Angebote in den Kitas bei den Öffnungszeiten und in der Qualität vorbereitet. Die Anzahl der GT- Ganztagsplätz soll, sowohl für Kinder unter 3 als auch für Kinder über 3 Jahre, bezogen auf den derzeitigen Bedarf begrenzt werden. Angedacht ist auch, dass nur in bestimmten Häusern ein GT- Angebot aufrechterhalten werden soll.

Unter der Sitzungsvorlage Angebote in den Kitas; Aktuelle Entwicklung 033/2023 für die Gemeinderatsitzung am 28.03. werden von der Verwaltung unterschiedliche Versionen von Kürzungen eingebracht darunter könnten bis zu 30 „Ganztags“-Krippen und 40 „Ganztags“ Kitaplätze wegfallen, um damit Personal einzusparen.  Gleichzeitig wird aber auch darauf hingewiesen, dass bei Gruppenumwandlungen für den Vertretungsfall weniger Ressourcen zur Verfügung stehen.

Wie sich die Anzahl der Kinder entwickelt wird nicht dargestellt auch. Eine vollständige Analyse über den Bedarf und aktuelle Transparenz über die möglichen zukünftigen Bedarfe wird nicht aufgezeigt. Lediglich die Bedarfe der GT-Eltern wurde im Oktober 2022 abgefragt.

Lösungsansätze welche Rahmenbedingungen im Kita-Team geschaffen werden müssen um ein gutes Betriebsklima und damit auch das Personal zuhalten, sind nicht beschrieben ebenso fehlt die Überlegung wie die Leitungen in der herausforderten Zeit unterstützt werden können.

Noch ein Blick auf die Hortbetreuung. Wie aus dem Informationenschreiben an die Hort-Eltern herauszulesen ist werden vermutlich auch bald eine unbekannte Zahl an Hortplätzen wegfallen. Die Gemeinde will nach den Sommerferien nur noch „Berechtigten“ und nur für die Zeit der „Berechtigung“ Plätze anbieten. Dies wird aus Mitteilungen an Eltern ersichtlich. Dazu muss wie vor kurzem bereits der Arbeitgeber einen Nachweis erstellen, der die Berechtigung nachvollziehbar macht. Bald werden wohl in der Region lebende Verwandte ebenfalls bestätigen müssen, dass sie die Aufsicht nicht übernehmen können.

Gleichzeitig sollen durch Einsatz fachfremder Mitarbeiter-/ innen die Qualität der Pädagogischen Betreuung und Bildung reduziert werden. Der Weg zur Bevormundung der Familien, der Verhinderung von Berufskarrieren von Frauen und weg von der frühkindlichen Bildung hin zur reinen Kinderbeaufsichtigung wird begonnen. Mit dem CDU-Bürgermeister werden die Familienideale der 60iger Jahre wieder aufpoliert: Kirche, Küche, etc.

Bei diesen Lösungen des „Personalproblems“ wird es nicht mehr möglich sein in den Beruf zurückzukehren, da die Voraussetzung eines Betreuungsplatzes fehlt. Denn wenn der mal weg ist, bleibt er weg.

Betriebe, die einen Mangel an Mitarbeit haben können die erfolgreich lösen: Es wird im breiten Umfang ausgebildet, und das vorausschauend auch über Bedarf. Diese Ausgebildeten bleiben, wenn sie gut betreut wurden meist langjährig im Betrieb. Um Kündigungen zu vermindern ist ein gutes Betriebsklima, damit ein kollegiales Miteinander extrem erfolgreich. Aber derartige Überlegungen finden sich nur rudimentär in der Hemminger Verwaltung. Das ist für diese auch keine Arbeitsthese.

Man macht etwas, was ein Betrieb nie machen würde, das Angebot wird abgeschafft.

Bürger und Bürgerinnen sind eben keine kostendeckende Kunden, bzw. Kundinnen.

Durch die Veränderungen kann man einige Hunderttausende „einsparen“. Und das ist bei der Hemminger Verwaltungsdenke „Geiz ist geil“ vielleicht der wirkliche Grund.

Aber was bedeutet jede verhinderte Berufstätigkeit? So werden Fachkräfte dem Arbeitsmarkt vorenthalten und potentielle Karrieren vernichtet. Die Betroffenen müssen sich auf Konsumverzicht und niedrige Renten einstellen.

Am kommenden Dienstag können Sie es sich im Rat anhören was die anderen Fraktionen dazu meinen.

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