Nebelkerzen aus dem Landratsamt

Kommentar von Michael Kogler

Aus der Mitte des Kreistags Ludwigsburg wurde bekannt, dass nahezu alle Fraktionen über die Standortsuche informiert waren. Umso verwunderlicher, dass jetzt keiner mehr etwas davon wissen möchte. Besonders pikant: Derjenige der gegen die Suche und dem aktuellen Ergebnis am meisten motzt, der Vorsitzende der FWV-Fraktion, stellt mit seiner Fraktion aktuell den stv. Vorsitzende des AVL-Aufsichtsrats. Es sind also „Krokodilstränen“ die hier öffentlich vergossen werden. Tatsächlich war doch jeder der Rätinnen und Räte froh, dass ihr Ort/Wahlkreis nicht dabei war. Und die „betroffenen“ Kreistagsmitglieder? Haben geschwiegen und wohl gehofft, dass die Standortfestlegung von der Öffentlichkeit unbeachtet bleibt. Ohne Interesse war bisher die Deponierung von Fremdmaterial, wohl weil der Kreis gut verdient hat oder es Geschäfte auf Gegenseitigkeit (nimmst du meinen Restmüll, nehme ich deinen Bauschutt) waren. Die Menge macht auch hier das „Gift“ = Ablehnung. Und wenn in Schwieberdingen, Froschgraben und in Horrheim, Burghof weniger als 50% aus dem Landkreis Ludwigsburg stammen sind weder diese Nutzung, noch die dadurch notwendigen neuen Deponien durch die Bürgerinnen und Bürger einzusehen.

 

Seltsam: Dies alles ist seit Langem bekannt. Erst jetzt schreibt, zumindest die LKZ von einem „Suchlauf 2.0“. Der Landrat ist da scheinbar anderer Meinung. Er will wohl Ruhe für die Weihnachtszeit und hat die Deponiesuche „ausgesetzt“. Wohl in der Hoffnung, dass die Menschen sich beruhigen. Vielleicht sollen auch Ideen entwickelt werden, wie den Demonstrierenden der Schuttabladeberg versüßt werden kann. Vielleicht eine Umgehungsstraße hier, viel Gewerbesteuer dort, etc. Strategisch wird so getestet werden, wie die Ablehnungsfronten aufgeweicht werden können. Was bedeutet das für uns Hemmingerinnen und Hemminger: Lassen sie sich nicht täuschen, der Standort Hemmingen bleibt bis zur finalen Festlegung im Rennen.

Und dieses Ergebnis gilt es weiter zu verhindern!

 

 

 

 

PS.: Am ersten Dezemberwochenende erscheint die neue RASPEL. Sie finden Sie kostenlos im Briefkasten. Es sei denn Sie haben einen Kleber: „RASPEL, nein, Danke“

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